Bergturnfahrt im September 2008 "Schächentaler Höhenweg"
„Schächentaler Höhenweg, saftige Weiden, ewiger Schnee“
Trotz
misslicher Wettervorhersage versammelten sich fast alle 21 angemeldeten
Männerriegler am Samstagmorgen, 13. Sept. 2008 beim Bahnhof Schlieren zur
Bergturnfahrt. Erste heilige Handlung diesen Morgen war „Schirm auf!“ Dies
konnte aber die Moral nicht schmälern, denn der Reiseleiter Noldi Binder
verteilte schon im Zug nach Flüelen die erste Notration an Getränk und Sandwich.
Das Postauto brachte uns in Richtung Klausenpass, den man im Nebel jedoch kaum
sah. Nach einer kurzen Lagebesprechung teilte sich die Männerriege in zwei Teile
und zwar Gruppe 1 (WeE) und Gruppe 2 (HaMä). Erstere bevorzugten die PTT und
kehrten zur Seilbahn nach Brügg zurück. Es ist fast unglaublich, dass in dieser
Gruppe der Reiseleiter und sage und schreibe auch noch dessen Stellvertreter
Walti den „Blinden“ nahmen und die Übrigen im Stiche liessen. Die zweite, vor
Kraft und Elanstrotzende Gruppe wählte den Fussmarsch von „untere Balm, 1763
m.ü.M.“ in Richtung Berggasthaus Biel auf 1634 m.ü.M. Es blieb nur eine kurze
Weile weniger nass und schon bald regnete es in Strömen, was uns veranlasste in
einer Alphütte noch die restlichen Regenkleider anzuziehen.
Dies
sollte für den Rest des Tages der letzte Halt sein, denn während den nächsten
vier Stunden war es nicht mehr möglich irgendwo abzusitzen und sich zu erholen.
Wir sahen nur noch Wasser, über uns, neben uns, auf dem Weg und schlussendlich
auch in den Schuhen. Wir fragten uns dauernd, was denken auch die Jasser der
ersten Gruppe im warmen Bergrestaurant Biel? Kurze Ausblicke auf die Urnerberge,
die gegen Abend auch mit einem Hauch von Schnee überzogen wurden, waren an
diesem Tag selten. Glücklich, zufrieden aber dennoch etwas ausgelaugt trafen wir
am späteren Nachmittag auch im Bergrestaurant Biel ein. Zuerst musste alles
ausgepackt, Schuhe mit Zeitungen ausgestopft und alle Kleider an der Wärme
aufgehängt werden, bevor es zu einem wohl verdienten Kaffee kam. Der Empfang
durch unsere Kameraden war vor lauter jassen auch nicht gerade überwältigend,
dafür trocken.
Das schmackhafte und warme Essen liess dann die Seelen wieder
etwas auftauen und in geselliger Runde verbrachten wir einen gemütlichen Abend
bei Spiel und Spass, wobei Noldi beim „Guggitaler“ wieder richtig absahnte. Da
wir gemäss Wirt eine ruhige Gruppe präsentierten, spendierte er uns noch ein „Panzerwägeli“,
irgend
so etwas mit Kräutern. Gerade richtig um sich in den 10-er Himmelbettenschlägen auf die schnarchende Nacht vorzubereiten.
Der Sonntagmorgen empfahl sich in gleicher Weise wie der Samstag, Regen, Regen
und Nebel. Die wieder erstarkte Reiseleitung empfahl uns, auf die drei-stündige
Wanderung zu verzichten und stattdessen mit der Luftseilbahn nach Bürglen zu
fahren. Ein mutiger aber auch ein weiser Entscheid, denn ein Auf- und Abstieg
wäre zu ungemütlich und auf den nassen Hängen zudem noch zu gefährlich gewesen.
Ein Besuch der Ausstellung Riesenkristalle in der Kirche Flüelen, liess den
Glanz der Berge wieder erleuchten. Das Licht, die Reinheit, die ganz besondere
Ausstrahlung und Kraft der Kristalle ziehen Menschen seit Urzeiten in ihren
Bann. Die Ausstellung zeigte uns ein Stück Natur in höchster Vollendung vom
Planggenstock auf 2600 m auf der Göscheneralp.
Die etwas früher als vorgesehene Rückfahrt mit dem Schiff von Flüelen nach
Luzern rundete den leicht aufhellenden Sonntagabend ab und brachte uns alle
wohlbehalten, trocken und mit einem speziellen Erlebnis reicher wieder nach
Hause zurück.
Fast
hätte ich noch etwas vergessen – vor lauter Regen haben doch Erich und Ruedi
ihre Schirme auf dem Schiff vergessen und mussten eiligst zurückspurten – so
schnell vergisst man Wasser!!
Ein herzliches Dankeschön an Noldi Binder für die Organisation.
Arthur Längle
Riesenkristalle in der Kirche Flüelen
Schächentaler Höhenweg, mit nassen, aber schönen saftigen
Weiden, ewigem Nebel, ewigem Regen und ewigem Schnee
Skizze des Höhenweges